Grenzenlose Kameradschaft und ein Führungswechsel im THW Viernheim
Seit Jahrzehnten ist der THW-Ortsverband Viernheim dort im Einsatz, wo Technik,
Verlässlichkeit und Ehrenamt zählen – regional wie international. Von wegweisender
Technikentwicklung über Auslandseinsätze bis hin zu musikalischer Öffentlichkeitsarbeit
spannt sich die Geschichte eines Ortsverbands, der sein Jubiläum nicht nur feiert, sondern
Verantwortung weitergibt. Mit der Übergabe der Führung nach 31 Jahren endet eine Ära –
und zugleich zeigt sich: Der THW Viernheim bleibt auch in einer sich rasant wandelnden
Welt eine feste Größe im Zivil- und Katastrophenschutz.
Viernheim. Im Mittelpunkt der Veranstaltung des Technischen Hilfswerks Ortsverband Viernheim
standen zwei besondere Anlässe: die Übergabe des Ehrenabzeichens in Gold an den langjährigen
Ortsbeauftragten Volker Patzwaldt sowie der offizielle Wechsel an der Spitze des Ortsverbands.
Nach insgesamt 31 Jahren in Führungsverantwortung übergab Patzwaldt sein Amt an seinen
Nachfolger Rüdiger Frank.
Der Abend machte eindrucksvoll deutlich, wofür der THW-Ortsverband Viernheim steht: für
Verlässlichkeit, Engagement und eine Kameradschaft, die weit über Orts- und Landesgrenzen
hinausreicht. Rund 140 ehrenamtlich aktive Einsatzkräfte tragen die Arbeit des Ortsverbands,
unterstützt von gesicherten Nachwuchs der rund 25 köpfigen in Jugend- und Bambinigruppe – ein
starkes Fundament für den Zivil- und Katastrophenschutz.
In ihren Grußworten sprach Frau Lackner von einer „grenzenlosen Kameradschaft“, die sich nicht
nur im langjährigen Engagement Volker Patzwaldts zeige, sondern auch in den Freundschaften
zwischen den zahlreichen Ortsverbänden und der engen Vernetzung innerhalb der gesamten
Blaulichtfamilie. Gerade in politisch und gesellschaftlich unsicheren Zeiten sei Verlässlichkeit keine
Selbstverständlichkeit. Diese finde man jedoch bei den Einsatzkräften, die Verantwortung
übernehmen und füreinander einstehen.
Dr. Michael Meister bezeichnete den Abend als einen besonderen Moment und ordnete die Arbeit
des THW in die aktuelle weltpolitische Lage ein. Man müsse zunehmend damit rechnen, dass
grundlegende Strukturen des gesellschaftlichen Zusammenlebens angegriffen würden. In solchen
Situationen sei es von großer Bedeutung, dass Organisationen wie das THW auf engagierte
Ehrenamtliche zählen könnten, die auch unter schwierigen Bedingungen Hilfe leisten.
Landrat Christian Engelhardt erinnerte an verschiedene Einsätze, bei denen der Ortsverband
Viernheim in den vergangenen Jahren gefordert war. Bereits während der Flüchtlingssituation
2014/2015 habe das THW beim Aufbau von Unterkünften unterstützt, später auch bei großen
Schadenslagen wie im Ahrtal. Die Erfahrungen aus politischen und naturbedingten Krisen hätten
den Blick auf den Katastrophenschutz nachhaltig verändert. Planung, Vorbereitung und
Zusammenarbeit hätten heute einen deutlich höheren Stellenwert als noch vor einem Jahrzehnt.
Grußworte aus der lokalen Hilfsorganisationenlandschaft überbrachte Benedikt Weres von der
Arbeitsgemeinschaft Viernheimer Hilfsorganisationen. Er unterstrich die wachsende Bedeutung der
Kooperation zwischen den Organisationen im Bevölkerungsschutz.
Markus Jaugitz, Vizepräsident der THW-Bundesvereinigung, blickte auf ein langes gemeinsames
THW-Leben zurück. Früher habe der Blick oft nur bis zur Grenze des eigenen Ortsverbandsgereicht, heute sei überregionale Zusammenarbeit selbstverständlich. Die Freundschaft und der
fachliche Austausch mit Volker Patzwaldt seien jedoch schon früh über diese Grenzen
hinausgegangen. Als Zeichen der Verbundenheit überreichte er Patzwaldt ein krisensicheres
Kurbelradio.
Auch Dieter Held, Landessprecher des THW Hessen, würdigte die Leistungen des scheidenden
Ortsbeauftragten. Über viele Jahre habe Patzwaldt dem Ortsverband Stabilität, Struktur und
Richtung gegeben. Besonders hob er dessen Engagement in der SEEBA sowie die Entstehung und
Bedeutung der THW BigBand hervor, die weit über Viernheim hinaus zur Bekanntheit des THW
beigetragen habe.
In seiner Abschiedsrede wurde Volker Patzwaldt persönlich. Ehrenamt bedeute, etwas zu geben, das
man nicht kaufen könne: Zeit, Herz und Menschlichkeit. Sein Weg zum THW begann über einen
Schulfreund und das Interesse am Funken. Es folgten prägende Stationen wie der Unterkunftsbau,
die Arbeit in der Jugendarbeit, Auslandseinsätze, der Sturm „Lothar“ und zahlreiche weitere
Herausforderungen. Auch die Gründung der THW BigBand sei aus einem pragmatischen Ansatz
entstanden und habe sich zu einem wichtigen Bestandteil des Ortsverbands entwickelt.
Nach mehr als drei Jahrzehnten übergab Patzwaldt die Verantwortung nun in neue Hände. Er bat um
Verständnis für harte Entscheidungen, die stets im Sinne des THW getroffen worden seien, und
dankte den Menschen, die ihn begleitet und unterstützt haben – insbesondere seiner Partnerin Silke
sowie seiner „Ehrenamtsfamilie“ aus THW, Feuerwehr und Rettungsdienst. Seinem Nachfolger
Rüdiger Frank und dessen Stellvertreter Winfried Engel wünschte er eine glückliche Hand für die
kommende Zeit.
Für sein außergewöhnliches und langjähriges Engagement wurde Volker Patzwaldt im Rahmen der
Veranstaltung mit dem Ehrenabzeichen in Gold ausgezeichnet. Mit der Amtsübergabe markiert der
Abend einen Generationenwechsel – und zugleich die Fortsetzung einer erfolgreichen Arbeit: Der
THW-Ortsverband Viernheim bleibt auch künftig eine verlässliche Säule im Zivil- und
Katastrophenschutz.
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