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Allgemeine Lage

"Bei einem Erdbeben am 1. Oktober 1995 der Stärke 6,1 auf der Richterskala kamen 94 Menschen ums Leben, 250 wurden verletzt. Die Stadt wurde dabei weitgehend zerstört und in Plattenbauweise wiedererrichtet.

Dinar (früher auch Geyikli) ist ein Ort in der Provinz Afyonkarahisar im Südwesten der Türkei. Er ist das Verwaltungszentrum des gleichnamigen Bezirks Dinar. Die Stadt hat 37.608 Einwohner (Zensus von 2000)." (Quelle: Wikipedia 01.10.2007)

Ortung von Verschütteten mit neuartigem Ortungsgerät

Abflug
Ortungsgerät vor eingestürztem Haus
Auslegen der Meßsonden im Trümmerkegel
Trümmerkegel

Das THW entsandte kurz nach dem Naturereignis ein fünfköpfiges Team von Ortungsspezialisten in das Erdbebengebiet. Unter Ihnen auch die zwei Viernheimer THW-Helfer Bertram Bähr und Stephanie Reinhardt. Ausgestattet ist die Gruppe mit einem akustischen Ortungsgerät, mit dem der Körperschall von Verschütteten um ein vielfaches verstärkt wird, sowie einem neuartigen Radar-Ortungsgerät.

Das Team landete zuerst in der Provinzhauptstadt Afyon und wurde dem zuständigen Provinzgouverneur vorgestellt, dieser entschied über das weitere Vorgehen. Nach seiner Entscheidung fuhren wir mit einem alten Reisebus Richtung Dinar. In Dinar empfing uns der zuständige Einsatzleiter mit offenen Armen. Dieser war schon mehrere Tage ohne Schlaf im Einsatz. Nach der ersten Erkundung bekamen wir eine Einsatzstelle zugewiesen, die wir mit dem Sirius Radar Ortungsgerät, leider ohne Erfolg, abgeargeitet haben. Eine weitere Einsatzstelle war die Polizeistation der Stadt Dinar. Hier wurde durch das Ortungsgerät Leben im Trümmerkegel festgestellt.
Das Gelände wurde großräumig vom Militär abgesperrt. Medizinische Rettungskräfte wurden angefordert um die vermeindlich lebende Person zu übernehmen.
Nach jeder Messung wurde das Signal schwächer bis letztendlich kein Signal mehr angezeigt wurde. Nach weiteren Messungen und teilweisem Abtragen des Trümmerkegels konnte aber keine lebende Person mehr gefunden werden.
Danach regte sich eine gewisse Unruhe in der Bevölkerung die uns zum Verlassen der Einsatzstelle bewegte.

Im Camp wurde erstmalig die SEEBA light Ausstattung zum Einsatz gebracht. Diese Bestand aus leichten dreimann Zelten und entsprechender Campkochausstattung sowie Treckingnahrung. Eine SEEBA Ausstattung war auf drei Helfer aufgeteilt.

Leider kam es im Verlauf des Einsatzes zu keiner Lebendrettung.

Nachdem die Helfer vier Tage lang fast Pausenlos beschäftigt waren und die Hoffnung noch Überlebende zu finden nicht mehr vorhanden war, hieß es Einsatzende. Die Helfer fuhren nach Ankara, wo sie dann den Rückflug antraten.

Zusammenfassung

Alarmierung von

Auswärtiges Amt

Anzahl Helfer Gesamt

5

Helfer THW-Viernheim

Bertram Bähr
Stephanie Reinhardt

Einsatzdauer

Sonntag, 01.10.1995 bis
Mittwoch, 04.10.1995 (4 Tage)

Bericht Stephanie Reinhardt und Bertram Bähr