Ein Beben der Stärke 6,3 auf der Richterscala hatte in der Nacht auf Freitag (26.12.2003) gegen 3 Uhr den Südosten des Iran erschüttert. Das Epizentrum des Bebens lag in der 80.000 Einwohnerstadt Bam, etwa 1000 Kilometer südöstlich der iranischen Hauptstadt Teheran.
"Bam ist eine Stadt in der Provinz Kerman im Südosten des Iran. Die von den Sassaniden an einer Oase gegründete Stadt wurde 642 von den Arabern besetzt. Um 650 wurde die Hazrat-e-Rasul-Moschee errichtetet, im 10. Jahrhundert die weltberühmte Zitadelle Arg-é Bam."
Quelle: Wikipedia 28.09.2007
"Bei traditionellen Bauten im gesamten zentralasiatischen Raume sind schwere Flachdächer mit Lehmschlag verbreitet. Sie sind im Wüstenklima als Hitzepuffer
bauklimatisch optimal, unter Erdbebeneinwirkung wegen ihrer großen Masse aber sehr ungünstig. Für die Tragstruktur wurden Stämme aus leichtem Palm- oder Pappelholz verwendet, Baumarten, die auch in Oasenstädten wie Bam gedeihen.
Bei der "modernen" Variante in der "Neustadt" von Bam (und nicht nur dort) wurden die Dachträger aus Holz durch Stahlprofile ersetzt, was vermeintlich größere Spannweiten zulässt. Stahlträger sind aber viel schwerer als Holz. Sie wurden mit dem Flansch direkt auf die Lehmsteinwände aufgelegt. Weder lastverteilende Ringbalken, noch Verankerungen der Dachträger wurden in den tragenden Wänden identifiziert. Im Auflagerbereich der Stahlträger kommt es deshalb schon bei vergleichsweise moderaten Erdbeben zu Festigkeitsüberschreitungen der Lehmsteine."
Quelle: Dachverband-Lehm e.V.
Am späten Nachmittag des 26.12. starteten 30 Spezialisten des THW ins Iranische Erdbebengebiet. Unter ihnen auch vier Spezialisten des Ortsverbandes Viernheim. Bernd Hoffmann und Stephanie Reinhardt von der technischen Ortung sowie die beiden Rettungshundeführer Kurt Halbgewachs und Susanne Emering. Ihre Aufgabe ist es mit modernster Ortungs- und Rettungsausstattung sowie Rettungshunden Verschüttete unter den Trümmern zu orten. Kaum in Bam eingetroffen, waren auch schon die ersten Helfer im Einsatz und suchten nach Verschütteten. 117 Gebäude wurden dem THW zum Orten zugewiesen, von denen 75 Gebäude absolut negativ waren. Vier Personen konnten nur noch Tot geborgen werden. Hoffnung gab es lediglich bei zwei Messungen, denn hier wurde noch Leben unter den Trümmern festgestellt. Doch ein Erfolg konnte nach der Beseitigung der Trümmer auch hier leider nicht mehr verzeichnet werden. So wurden dann am 4. Tag nach dem Beben die Ortungs und Rettungsarbeiten eingestellt. Der Heimflug der Einsatzmannschaft erfolgte am 30.12.2003
Alarmierung von | Auswärtiges Amt |
|---|---|
Anzahl Helfer Gesamt | 30 |
Helfer THW-Viernheim | Susanne Emering |
Einsatzdauer | Freitag, 26.12.2003 bis |
Bericht Stephanie Reinhardt
www.THW.de Bericht über die Lehmbauweise (PDF) Wikipedia (Bam Iran)
"In einer Welle der Hilfsbereitschaft spendete die Bevölkerung bundesweit sogar neuwertige Kleidung für die Erdbebenopfer in Bam. Rund 1000 Tonnen Kleidung wurden so zusammengetragen. Im THW-Logistikzentrum Heiligenhaus wurde die Bekleidung nach Bedarf sortiert und zollfertig verpackt. Die bereits versandfertige Ware wurde dann ins Erdbebengebiet gebracht, dafür stellte eine iranische Fluggesellschaft kostenlos Transportkapazitäten zur Verfügung. 20 Tonnen neuwertige Kleidung konnten so nach Bam gebracht werden, dort wurden sie von Mitarbeitern des iranischen Roten Halbmonds an notleidende Kinder verteilt.
Dank der überwältigenden Hilfsbereitschaft war das THW in der Lage mit den Gütern weitere Hilfsprojekte in aller Welt zu beliefern. Es wurden THW-Hilfsgütertransporte auf dem Landweg nach Rumänien, Bulgarien, Weißrussland, Litauen und die Ukraine geschickt, um auch dort Kindern in Not zu helfen. Darüber hinaus wurde auf Wunsch der mauretanischen Regierung auf dem Seeweg 10 Container mit Winterbekleidung in das afrikanische Land geliefert. Ein Teil davon ging zu Partnerorganisationen in Mali und Senegal."
Quelle: www.THW.de