Allgemeine Lage

Das südamerikanische Land wurde kurz vor Weihnachten nach mehr als zwei Wochen andauernden Regenfällen von schweren Überschwemmungen heimgesucht. Viele Tausend Menschenleben waren zu beklagen. Am stärksten betroffen war der Bundesstaat Vargas, ein Landstreifen zwischen Meer und Bergen, in der nähe der Hauptstadt Caracas. Schlamm hatte hunderte Autos und Häuser zugedeckt, größere Gebäude waren oft bis zum ersten Stockwerk zugeschüttet. Mehr als 100.000 Menschen wurden obdachlos. Die Versorgung mit Trinkwasser brach in Teilen des Landes völlig zusammen.

Viernheimer THW sorgt in Venezuela für Trinkwasser

Vorrangig war die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser. Die venezolanische Regierung hat aus diesem Grund das deutsche Außenministerium um Hilfe gebeten. Peter Ensenauer vom THW-Viernheim gehört zu einem Expertenteam aus Biologen und anderen Spezialisten, die mit dazu beitragen sollen, die Wasserversorgung sicherzustellen. Peter Ensenauer hat kommunale Wasserwerke in mehreren Landesteilen von Venezula dabei unterstützt, das Trinkwasser auf Schadstoffe und Bakterien hin zu analysieren. Außerdem hilft er vor Ort, um die technischen Anlagen so einzustellen, dass den Menschen Wasser von akzeptabler Qualität angeboten werden kann.

Der Chemiker Peter Ensenauer arbeitete in einem Team unter der Leitung von Professor Gregori Columine. Der Gruppe gehörten außerdem dessen wissenschaftliche Mitarbeiterin, ein Inspektor und ein Dolmetscher sowie der deutsche Biologe Oliver Hallas aus Pinneberg an. Alles hervorragende Fachleute. Da es im Katastrophengebiet keine Wege und Straßen mehr gibt, kamen die Helfer nur in einem leistungsstarken Acht-Zylinder-Geländewagen, der als transportables Labor ausgestattet wurde, zu ihren Einsätzen. Schon die ersten Wasserproben ergaben, dass nahezu alle Gewässer kontaminiert waren.

Die Wasseranalysen waren dringend erforderlich und bildeten die Grundlage für die Entscheidungen des venezolanischen Umweltministeriums, das ein Entnahmeverbot erließ. Umso wichtiger wurde die Notwasserversorgung der Überlebenden. Die besten Anlagen mit einwandfreiem Trinkwasser installierte die US-Army.

Hingegen fand man in anderen Anlagen, zu deren Bedienung die einheimischen Kräfte nicht sorgfältig genug eingewiesen wurden, immer wieder gefährliche Keime, da solche Wasseraufbereitungsanlagen nicht ausreichend gegen Keimaufnahme aus der Luft geschützt wurden. Anlagen dieser Art des THW werden grundsätzlich von eigenem, geschulten Personal betreut.

Peter Ensenauer wird deshalb mit noch mehr Nachdruck dafür sorgen, dass THW-Anlagen dieser Art in Katastrophengebieten ausschließlich von eigenen Leuten betreut werden

Quelle: Südhessen Morgen vom 17/18.01.2000 (nach Bericht von Peter Ensenauer)

Zusammenfassung

Alarmierung vonAuswärtiges Amt
Anzahl Helfer Gesamt1
Helfer THW-ViernheimPeter Ensenauer
EinsatzdauerMontag 17.01.2000 bis
Sonntag, 13.02.2000 (32 Tage)

Bericht bearbeitet von Norbert Martin am 11.09.2007