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Allgemeine Lage

Aufgrund des Bürgerkrieges im Kosovo strömten die Flüchtlinge von Albanien zurück in den Kosovo.
Im Auftrag des UNHCR sollten die Flüchtlingsströme gelenkt werden. Der Rote Halbmond hatte die medizinische Versorgung übernommen. Das THW betreute die Lager. Diese Camps waren reine Durchgangslager. Die Flüchtlinge kamen mit eigenen Fahrzeugen und wurden mit Essen und Trinkwasser, Schlafmöglichkeit, Kleidung und weiteren Informationen versorgt.

Aufgabe der eingesetzten THW-Helfer war es für Strom, Trinkwasser, Camp- und Toilettenaufbau zu sorgen. Weitere Aufgaben ergaben sich vorort.

Bericht von Uwe Tobias

Die THW-Helfer wurden auf je ein Flüchtlingscamps verteilt, die jeweils ca. einen halben bis ganzen Tag Fahrt auseinander lagen. Die Verbindungsstraßen waren zum Teil so schmal und unbefestigt, dass die LKWs Probleme bekamen. Die  Funkverbindung war zum teil sehr schlecht. Ich war in einem dieser Camps eingesetzt.
Bewacht wurden unser Camp von der italienischen Carabinieri. Es mussten z.B. mitten in der Nacht Flüchtlingsfahrzeuge repariert oder abgeschleppt werden. Da es ab Anbruch der Dunkelheit eine Ausgangssperre gab,  begleitete uns deshalb bei diesen Nachteinsätzen die Carabinieri, sie sicherten die Einsatzstelle mit durchgeladener Waffe ab.
Als im Nahen Umkreis des Camps Schüsse fielen, beschlossen die Carabinieri das Lager zu räumen. Daraufhin entschied der verantwortliche leitende Mitarbeiter des UNHCR zusammen mit den Helfern des THW und des Roten Halbmondes das Lager fluchtartig zu verlassen. Nach zwei Tagen kehrten wir zurück und fanden das Lager geplündert vor. Selbst die schweren Überseekontainer wurden geknackt und ausgeräumt. Auch diese wollten die Plünderer mitnehmen.
Nach Absprache mit der THW-Leitung wurde Kontakt mit der örtlichen Polizeikommandantur aufgenommen. Es wurde aufgelistet was alles feht und was wieder aufgetrieben wurde. Unter anderem bekamen wir unser 10KVA Aggregat, zwar leicht zerbeult aber funktionsbereit, wieder zurück.
Mit der örtlichen Bevölkerung gab es überhaupt keine Probleme, wir waren Willkommen.
Die Plünderungen fanden nur aufgrund einer gefühlten Ungleichbehandlung der Bevölkerung und der Flüchtlinge statt. Denn die Flüchtlinge wurden mit allem versorgt was der Bevölkerung vorenthalten wurde.
In der Letzten Woche haben wir die Lager komplett geräumt und auf LKWs und Anhänger verladen. Die ganze Ausstattung ging an das Bauhofprojekt im Kosovo. Im Konvoi ging über die grüne Grenze. Die Bundewehr sicherte diese Grenze.

Zusammenfassung

Alarmierung von

Auswärtiges Amt / UNHCR

Anzahl Helfer Gesamt

4

Helfer THW-Viernheim

Christian Busalt
Uwe Tobias

Einsatzdauer

Samstag 26.06.1999 bis Samstag 24.07.1999 (35 Tage)