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Allgemeine Lage

Nach dem Bürgerkrieg in Ruanda zwischen Tutsis und Hutus flohen mehrere Millionen Ruander über die Grenze nach Zaire in die Region Kivu. Rund um den Kivusee, der nahezu fünf mal größer als der Bodensee ist, entstanden mehrere Flüchtlingslager. Durch die dort herrschenden katastrophalen hygienischen Verhältnisse und nicht in ausreichender Menge vorhandenem Trinkwasser erhöhte sich die Sterblichkeitsrate der Flüchtlinge überproportional.
Die Zuflüsse des Sees waren durch Leichen verseucht. Dadurch war das Wasser des Sees nicht genießbar.

Aufgabe des THW

Es wurden an vier verschiedenen Stellen in den Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA) 1.2 Millionen Liter Trinkwasser am Tag aufbereitet.
Das Wasser des Kivusees hat von Natur aus einen hohen PH Wert. Am Anfang wurde das aufbereitete Wasser mit einem neutralen PH Wert ausgeliefert. Es stellte sich heraus, dass den Einheimischen dieses Wasser nicht schmeckte und deshalb die Abnahme nur schleppend verlief. Erst als der PH Wert nicht verändert wurde, schmeckte das Wasser wieder nach Wasser und wurde gerne angenommen.
Die Verteilung des Wassers erfolgte mittels Tanklastwagen durch eigene THW Lastwagen und Fahrzeuge anderer Hilfsorganisationen.

Die Viernheimer THW Helfer waren in Bukavu stationiert. Das lag ca. 180 Kilometer von Goma entfernt, auf der anderen Seite des Sees. Mit Transall Transportmaschinen der Bundeswehr wurden die Helfer von Goma nach Bukavu geflogen. Die Mannschaft war zunächst in einem Kloster untergebracht. Jeden zweiten Tag gab es vom einheimischen Koch Gullasch. Es war nahrhaft und schmackhaft, allerdings wusste man nie welches Fleisch der Koch verarbeitete. Als die Priesterseminaristen des Klosters wieder aus den Ferien zurück kamen, war man gezwungen sich eine neue Unterkunft suchen. Die neue Unterkunft, eine Straßenmeisterei, erwies sich aber Aufgrund der Sicherheitslage und der Entfernung zu den TWAs als ungeeignet. Erst die auf eigene Initiative gefundene Unterkunft erwies sich als ideal.

Das THW betreute drei eigene TWAs und übernahm die technische Wartung der von den Maltesern betreuten TWA.

Am 3.Oktober wurden die deutschen Einsatzkräfte (THW Helfer und Malteser) vom Honorarkonsul in Bukavu zu einer unvergesslichen Feierstunde zum Tag der deutschen Einheit eingeladen.

Zusammenfassung

Alarmierung von

Auswärtiges Amt nach Anfrage durch UN

Anzahl Helfer Gesamt

70

Helfer THW-Viernheim

Stefan Belz
Christian Busalt
Andreas Mohr

Einsatzdauer

Mitte September 1994 bis Mitte Oktober 1994

Bericht Stefan Belz