Allgemeine Lage

Im ersten Golfkrieg flohen viele Kurden aus dem Irak in den Iran. Dort befanden sie sich auf einer Hochebene, die im iranisch - irakischen Kieg, acht Jahre lang hart umkämpft wurde.
Der Landstrich war je nach wechselndem Kriegsglück sowohl von den Iranern als auch von den Irakern vermint worden.
Dementsprechend gab es viele Minenopfer unter den Flüchtlingen, vor allem bei Hirten und Kindern.
Daneben waren die hygienischen Verhältnisse katastrophal: es gab kein Trinkwasser, die Flüsse und Bachläufe waren mit Bakterien verseucht, Typhus und Cholera forderten unter den Flüchtlingen viele Opfer.

Trinkwasserversorgung in der Wüste

Ende Mai flog ein Einsatzteam zur Ablösung der vorherigen Manschaft von Frankfurt über Dubai nach Thereran. Nach einer zwölfstündigen Fahrt per Bus erreichte man "Sar Pol E Zahab" nahe der irakischen Grenze.
Im Trinkwasserteam war Peter Ensenauer vom THW-Viernheim als technischer Leiter. Weiterhin waren von unserem Orstverband Stefan Belz und Andreas Mohr mit im Einsatz.
Mit Trinkwasseraufbereitungsanlagen (TWA) wurden etwa 150.000 Flüchtlinge in der Gegend um Sar Pol E Zahab versorgt. Tagsüber herrschten Temperaturen über 50 Grad Celsius.
Das Arbeiten war für die THW-Helfer sehr schwierig, da Milliarden von Fliegen und Stechmücken den Helfern in Nasen, Augen und Ohren flogen, so dass tagsüber nur mit Gesichtsmaske gearbeitet werden konnte.
Das aufbereitete Trinkwasser wurde mittels einheimischer Tankwagen in die Flüchtlingscamps transportiert, die mehrere Kilometer entfernt von der TWA aufgebaut waren. Um eine ausreichende Menge von Tinkwasser produzieren zu können war eine Laufzeit der Anlagen von zwölf Stunden erforderlich. Nach zwei Wochen Einsatz gab ein Stromaggregat den Geist auf. Sofort wurde von der Bundeswehr mit einem Hubschrauber ein neues Aggregat eingeflogen. Auch die Versorgung erfolgte durch die Bundeswehr. Jeden zweiten Tag wurde Verbrauchsmaterial und Nahrungsmittel durch einen CH-53 Transporthubschrauber der Bundeswehr aus dem Basislager in Bactaran eingeflogen.

Zusammenfassung

Trotz widriger äußeren Umständen konnten die Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit der UNHCR und der Iranischen Regierung erfüllt werden.

 

Alarmierung vonAuswärtiges Amt
Anzahl Helfer Gesamt
Helfer THW-Viernheim

Stefan Belz
Peter Ensenauer
Andreas Mohr

EinsatzdauerMontag 27.05.1991 ? Samstag 22.06.1991 (33 Tage)

Bericht Stefan Belz, Peter Ensenauer